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gestern große herbstwanderung mit der chefinnenetage. ohne probleme und mit krone ab nach bad fischau, höchstes ziel unseres marsches war der größer berg, den wir dann glänzend verfehlten. den (seit jahren geschlossenen) kurassierwirt haben wir doch noch gefunden und schließlich auch den eisenstein. die ganz tolle eisensteinhöhle war aber nicht mehr zu besichtigen, zum glück gibts die auch im internet.

der besuch im hubertushof war akzeptabel, kulinarisch gings aber dann abends zuhause mit hervorragender hausmannskost weiter: nochmals dank und komplimente an die küchenchefin für bodenständige linsen mit knödel!

im gartenbaukino machte sich dann leider nur mehr genervte langeweile breit. der taiwanesische film mit dem super titel "millennium mambo" von hou hsiao hsien zeigte zwei stunden lang nur besoffene menschen, die sich stets zielsicher ihre zigaretten anzünden. danke auch für den abwechslungsreichen soundtrack. sehr schwarze haare und sehr weißer schnee sollten die monumentale fadesse auflockern. auch das gründlich misslungen. wie gehts denn anderen so bei der viennale?

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Big Sister?

Die Verleihung der Big Brother Awards gestern abend im Flex ging mal wieder ohne meine Anwesenheit über die Bühne, denn ich schaffe es anscheinend jedes Jahr, genau dann aufzutauchen, wenn der offizielle Teil gerade vorbei ist.
Immerhin haben mir aber die beiden Rolande gesagt, dass einzig ein Preis von seinem Gewinner abgeholt wurde, nämlich von einem Vertreter der Post, der dadurch sein tiefes Bedauern über die Unzufriedenheit der KundInnen ausdrücken wollte. Or any such bull. Der Postmensch ging dann auch später mit der Trophäe - eine Plexiglasröhre mit lebenden Kakerlaken - an uns vorbei. Iiih.
igitt

Beim Partyteil des abends habe ich mich wie so oft in letzter Zeit gefragt, ob man nicht mal eine alternative Form der Unterhaltung erfinden sollte. Es war einfach zu laut, zu voll und zu verraucht. Vielleicht ist es aber auch nur das Alter. Schlack Hippie hat ganz nett aufgelegt, wenn auch wieder ziemlich eklektizistisch, was ja nicht so meins ist.
Als Tok Tok dann endlich auf die Bühne kamen, war ich schon völlig müde und nicht mehr aufnahemfähig. Soffy O. in ihrem schwarz-weißem Schrägschulter-80ies-Outfit hat mir aber sehr gut gefallen. Die Musik war dann doch etwas zu bolzig.

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ein dicker, schwarzer john wayne

wesley willis am 23.10.2001 im flex war grossartig. ein sehr sehr dicker, schwarzer mann sitzt am keyboard. und er sagt: „this next song is called“: xxx und er wiederholt den titel x mal mit x verschiedenen effekten auf der stimme. und dann startet er den rhythmus und die melodie kommt meistens von 1 finger der rechten hand und manchmal von 2 und ganz selten von 5. und die linke hand liegt immer auf dem fetten linken oberschenkel. und dann singt er und manchmal stoppt er im lied, um noch einmal den songtitel zu wiederholen. und bevor das lied zu ende ist, sagt er „rock vienna austria“ oder auch „fuck vienna, austria“ und dann faded er den rhythmus aus. und sagt wieder: „this next song is called“: xxx. und am ende des konzerts zieht er umständlich (er ist ja sehr sehr dick) seine jacke an, hängt sich umständlich seine schultertragetasche um und legt sich umständlich einen kopfhörer um den hals, wuchtet sich dann hoch und in den backstageraum, aus dem er noch später am abend noch einmal singt. über das mikrophon, das der schorsch kamerun, der dann auch mit den goldenen zitronen spielt, ihm bringt. und ein songtitel ist „i’m a western movie star“. und die goldenen zitronen waren postmoderne psycho cyber punks und spielten vor der projektion von godards „weekend“ und die zugaben im nieten psycho punk muskelshirt. und die echten wiener strassenpunks waren enttäuscht: „fuck you“. und schorsch dazu: „komm auf die bühne“. und dazu hat der killy aus txo mit steirer und snowboard tekkno brille stage gedived.

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Shushu

Eigentlich hätte ich ja gestern noch ins fabulöse Lady Chutney gewollt, um sweet Shushu beim Auflegen zu lauschen, aber die Gorgonzola-verkasten Spinatspätzle beim Pistauer im 11. (!) haben das vereitelt. Hatte einen zentnerschweren Käseklumpen im Bauch und konnte mir gerade noch den Bullen und Sex and the City anschauen.
Letzteres war, wie immer, enttäuschend (wird langsam mein Lieblingsthema zum Rumbitchen). Ich meine, diese Frauen sollen supererfolgreiche Mittdreißigerinnen sein, haben Kohle, viele Bekannte und sind supergestylet, und dann haben sie nix Besseres zu tun, als grausligsten Männern nachzukriechen und sie besoffen anzuflehen: "Aber könnte das mit uns vielleicht was Ernstes werden??" Würg.
Das ist ja eigentlich Backlash pur. Und dann diese idiotischen Vorschriften, von wegen Frauen dürfen nicht gleich beim ersten Date mit einem Mann Sex haben, sonst lässt er sie fallen und hat keine Achtung mehr - in welchem Jahrhundert leben die denn? Ach, es lebe das prüde, doppelmoralige Amerika. Jau. Genug gebitcht.

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die Erben...

Gestern abend mein erster Viennale-Film - dank FM4 noch eine Karte bekommen. Diesen Film wollte ich unbedingt sehen - Die Erben der Scherben. Der Traum ist aus.
Auch wenn einem so eine Revolutionsromantik mittlerweile peinlich und so gar nicht mehr lässig ist, gibt es doch erstaunlich viele Leute, die dazu stehen, von den Scherben irgendwann in der persönlichen Musikhistorie bewegt worden zu sein - so wie ich auch eben.
Die Erwartungen an den Film waren daher eher hoch, eingelöst hat er eher wenig. Kaum was Neues über die Scherben, und die Auswahl der Bands war auch im besten Fall merkwürdig: wo waren die Goldenen Zitronen? Oder Stella? Beim Publikumsgespräch wurde aber auf relativ krasse Art deutlich, dass der Regisseur von deutscher Popmusik eigentlich gar keine Ahnung hatte ("tut mir leid, aber Tocotronic und Blumfeld ist für mich das gleiche" - entrüstete Schreie aus dem Publikum).
Christoph Schuch (Das ist der Regisseur Christoph Schuch, der normalerweise Dokus "über Kultur und Natur" macht. Gestern sah er irgendwie noch belämmerter aus).
Zum Glück waren die Sterne im Film dabei (wunderbar schüchtern und nervös zur Seite blickend: Frank Spilker, sehr sympathisch), denn die waren für mich immer die Band, die am offensichtlichsten Erben der Scherben sind. Vom Klang her sind die Analogien so stark, von den politics (explizit zumindest) eher wenig. Die angeheizte Publikumsdebatte hinterher im Saal war dann aber auch lustig (und kurz).

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